F43.8: Sonstige Reaktionen auf schwere Belastung

Endständiger Kode der ICD-10-GM 2026

Amtlicher Text der ICD-10-GM 2026

Bei F43, Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (gilt für alle Kodes darunter)

Beschreibung

  • Die Störungen dieses Abschnittes unterscheiden sich von den übrigen nicht nur aufgrund der Symptomatologie und des Verlaufs, sondern auch durch die Angabe von ein oder zwei ursächlichen Faktoren: ein außergewöhnlich belastendes Lebensereignis, das eine akute Belastungsreaktion hervorruft, oder eine besondere Veränderung im Leben, die zu einer anhaltend unangenehmen Situation geführt hat und eine Anpassungsstörung hervorruft. Obwohl weniger schwere psychosoziale Belastungen ("life events") den Beginn und das Erscheinungsbild auch zahlreicher anderer Störungen dieses Kapitels auslösen und beeinflussen können, ist ihre ätiologische Bedeutung doch nicht immer ganz klar. In jedem Fall hängt sie zusammen mit der individuellen, häufig idiosynkratischen Vulnerabilität, das heißt, die Lebensereignisse sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten und die Art der Krankheit zu erklären. Im Gegensatz dazu entstehen die hier aufgeführten Störungen immer als direkte Folge der akuten schweren Belastung oder des kontinuierlichen Traumas. Das belastende Ereignis oder die andauernden, unangenehmen Umstände sind primäre und ausschlaggebende Kausalfaktoren, und die Störung wäre ohne ihre Einwirkung nicht entstanden. Die Störungen dieses Abschnittes können insofern als Anpassungsstörungen bei schwerer oder kontinuierlicher Belastung angesehen werden, als sie erfolgreiche Bewältigungsstrategien behindern und aus diesem Grunde zu Problemen der sozialen Funktionsfähigkeit führen.

Was F43.8 umfasst

Erläuterungen von CloudMedico, nicht Teil der ICD-10-GM

F43.8 ist die Kategorie für Reaktionen auf schwere Belastung, die näher bezeichnet sind, aber weder einer akuten Belastungsreaktion (F43.0) noch einer posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1) noch einer Anpassungsstörung (F43.2) entsprechen. Wie alle Kodes aus F43 setzt er voraus, dass die Belastung die ausschlaggebende Ursache ist.

Fehlt jede nähere Beschreibung der Reaktion, ist F43.9 der passende Kode. F43.8 begegnet in psychotherapeutischen und psychiatrischen Praxen sowie in Hausarztpraxen.

Hinweise zur Kodierung

F43.8 ist endständig. In der vertragsärztlichen Versorgung kommt ein Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit hinzu.

F43.8 ist eine Restkategorie. Bevor Sie ihn wählen, prüfen Sie, ob eine der spezifischen Kategorien F43.0 bis F43.2 zutrifft; die Dokumentation sollte erkennen lassen, welche Art von Reaktion vorliegt.

Verwandte Kodes unter F43

Fragen zu F43.8

Was bedeutet F43.8?

F43.8 steht für sonstige Reaktionen auf schwere Belastung, also belastungsbedingte Störungen, die näher beschrieben sind, aber keiner der Kategorien F43.0, F43.1 oder F43.2 entsprechen.

Was ist der Unterschied zwischen F43.8 und F43.9?

F43.8 wird für eine näher bezeichnete Reaktion verwendet, die in keine andere Kategorie passt. F43.9 gilt, wenn eine Reaktion auf schwere Belastung vorliegt, aber nicht näher bezeichnet ist.

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Die vorliegende Ausgabe beruht (1) auf der vollständigen amtlichen Fassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, und (2) auf der australischen ICD-10-AM, First Edition.

Die englischsprachige Originalausgabe zu (1) wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht als International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Geneva, WHO, Vol. 1, 1992; die englischsprachige Originalausgabe zu (2) wurde 1998 vom australischen National Centre for Classification in Health veröffentlicht als Volume 1 of The International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision, Australian Modification (ICD-10-AM), First Edition.

© zu (1): Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992

© zu (2): Commonwealth of Australia 1998

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist. Das Commonwealth of Australia hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Erstellung bzw. der Druck erfolgt unter Verwendung der maschinenlesbaren Fassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).