F43.0: Akute Belastungsreaktion

Endständiger Kode der ICD-10-GM 2026

Amtlicher Text der ICD-10-GM 2026

Beschreibung

Eine vorübergehende Störung, die sich bei einem psychisch nicht manifest gestörten Menschen als Reaktion auf eine außergewöhnliche physische oder psychische Belastung entwickelt, und die im Allgemeinen innerhalb von Stunden oder Tagen abklingt. Die individuelle Vulnerabilität und die zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen (Coping-Strategien) spielen bei Auftreten und Schweregrad der akuten Belastungsreaktionen eine Rolle. Die Symptomatik zeigt typischerweise ein gemischtes und wechselndes Bild, beginnend mit einer Art von "Betäubung", mit einer gewissen Bewusstseinseinengung und eingeschränkten Aufmerksamkeit, einer Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten und Desorientiertheit. Diesem Zustand kann ein weiteres Sichzurückziehen aus der Umweltsituation folgen (bis hin zu dissoziativem Stupor, siehe F44.2) oder aber ein Unruhezustand und Überaktivität (wie Fluchtreaktion oder Fugue). Vegetative Zeichen panischer Angst wie Tachykardie, Schwitzen und Erröten treten zumeist auf. Die Symptome erscheinen im Allgemeinen innerhalb von Minuten nach dem belastenden Ereignis und gehen innerhalb von zwei oder drei Tagen, oft innerhalb von Stunden zurück. Teilweise oder vollständige Amnesie (siehe F44.0) bezüglich dieser Episode kann vorkommen. Wenn die Symptome andauern, sollte eine Änderung der Diagnose in Erwägung gezogen werden.

Inklusive

  • Akut: Belastungsreaktion
  • Akut: Krisenreaktion
  • Kriegsneurose
  • Krisenzustand
  • Psychischer Schock

Bei F43, Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (gilt für alle Kodes darunter)

Beschreibung

  • Die Störungen dieses Abschnittes unterscheiden sich von den übrigen nicht nur aufgrund der Symptomatologie und des Verlaufs, sondern auch durch die Angabe von ein oder zwei ursächlichen Faktoren: ein außergewöhnlich belastendes Lebensereignis, das eine akute Belastungsreaktion hervorruft, oder eine besondere Veränderung im Leben, die zu einer anhaltend unangenehmen Situation geführt hat und eine Anpassungsstörung hervorruft. Obwohl weniger schwere psychosoziale Belastungen ("life events") den Beginn und das Erscheinungsbild auch zahlreicher anderer Störungen dieses Kapitels auslösen und beeinflussen können, ist ihre ätiologische Bedeutung doch nicht immer ganz klar. In jedem Fall hängt sie zusammen mit der individuellen, häufig idiosynkratischen Vulnerabilität, das heißt, die Lebensereignisse sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten und die Art der Krankheit zu erklären. Im Gegensatz dazu entstehen die hier aufgeführten Störungen immer als direkte Folge der akuten schweren Belastung oder des kontinuierlichen Traumas. Das belastende Ereignis oder die andauernden, unangenehmen Umstände sind primäre und ausschlaggebende Kausalfaktoren, und die Störung wäre ohne ihre Einwirkung nicht entstanden. Die Störungen dieses Abschnittes können insofern als Anpassungsstörungen bei schwerer oder kontinuierlicher Belastung angesehen werden, als sie erfolgreiche Bewältigungsstrategien behindern und aus diesem Grunde zu Problemen der sozialen Funktionsfähigkeit führen.

Was F43.0 umfasst

Erläuterungen von CloudMedico, nicht Teil der ICD-10-GM

F43.0 beschreibt eine vorübergehende Reaktion auf eine außergewöhnliche körperliche oder seelische Belastung bei einem bis dahin psychisch nicht manifest erkrankten Menschen. Die Symptome beginnen nach dem Hinweistext im Allgemeinen innerhalb von Minuten und gehen innerhalb von zwei bis drei Tagen, oft schon nach Stunden, zurück. Zu F43.0 gehören auch Krisenreaktion, Krisenzustand und psychischer Schock.

Hält die Symptomatik an, empfiehlt die ICD-10-GM, eine Änderung der Diagnose zu erwägen. In Frage kommen dann vor allem die posttraumatische Belastungsstörung F43.1 oder die Anpassungsstörung F43.2. Der Kode begegnet in Hausarztpraxen, im Bereitschaftsdienst und in psychotherapeutischen Praxen.

Hinweise zur Kodierung

F43.0 ist endständig. In der vertragsärztlichen Versorgung braucht er ein Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit: G, V, Z oder A.

Weil die akute Belastungsreaktion definitionsgemäß kurz ist, passt F43.0 nicht für Beschwerden, die über Wochen bestehen. Läuft die Behandlung weiter, sollte geprüft werden, ob F43.1 oder F43.2 die Lage besser beschreibt.

Verwandte Kodes unter F43

Fragen zu F43.0

Was bedeutet die Diagnose F43.0?

F43.0 ist der ICD-10-GM-Kode für die akute Belastungsreaktion: eine kurze, heftige Reaktion auf ein außergewöhnlich belastendes Ereignis, die meist innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen abklingt.

Wann wird aus F43.0 eine F43.1 oder F43.2?

Die ICD-10-GM sieht für F43.0 einen kurzen Verlauf vor. Bleiben die Symptome bestehen, sollte eine Änderung der Diagnose erwogen werden: F43.1, wenn eine posttraumatische Belastungsstörung vorliegt, F43.2, wenn es sich um eine Anpassungsstörung handelt.

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Die vorliegende Ausgabe beruht (1) auf der vollständigen amtlichen Fassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, und (2) auf der australischen ICD-10-AM, First Edition.

Die englischsprachige Originalausgabe zu (1) wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht als International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Geneva, WHO, Vol. 1, 1992; die englischsprachige Originalausgabe zu (2) wurde 1998 vom australischen National Centre for Classification in Health veröffentlicht als Volume 1 of The International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision, Australian Modification (ICD-10-AM), First Edition.

© zu (1): Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992

© zu (2): Commonwealth of Australia 1998

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist. Das Commonwealth of Australia hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Erstellung bzw. der Druck erfolgt unter Verwendung der maschinenlesbaren Fassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).