8-98f: Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung (Basisprozedur)

Nicht endständig: einen Kode darunter verwendenKapitel 8: Nicht operative therapeutische Maßnahmen

Amtlicher Text des OPS 2026

Exklusive

  • Intensivüberwachung ohne akute Behandlung lebenswichtiger Organsysteme oder kurzfristige (< 24 Stunden) Intensivbehandlung
  • Kurzfristige (< 24 Stunden) Stabilisierung von Patienten nach operativen Eingriffen

Hinweis

  • Strukturmerkmale:
    • Behandlungsleitung durch einen Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, der den überwiegenden Teil seiner ärztlichen Tätigkeit auf der Intensivstation ausübt
    • Team von Pflegepersonal und Ärzten in akuter Behandlungsbereitschaft
    • Ein Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin (die Behandlungsleitung oder ein anderer Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin) muss werktags zwischen 6 und 22 Uhr mindestens 7 Stunden auf der Intensivstation anwesend sein. Außerhalb dieser Anwesenheitszeit muss ein Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin innerhalb von 30 Minuten am Patienten verfügbar sein
    • Eine ständige ärztliche Anwesenheit auf der Intensivstation muss gewährleistet sein. Der Arzt der Intensivstation kann zu einem kurzfristigen Notfalleinsatz innerhalb des Krankenhauses (z.B. Reanimation) hinzugezogen werden
    • 24-stündige Verfügbarkeit folgender Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Apparative Beatmung
    • 24-stündige Verfügbarkeit folgender Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Nicht invasives und invasives Monitoring
    • 24-stündige Verfügbarkeit folgender Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Kontinuierliche und intermittierende Nierenersatzverfahren
    • 24-stündige Verfügbarkeit folgender Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Endoskopie des Gastrointestinaltraktes und des Tracheobronchialsystems
    • 24-stündige Verfügbarkeit folgender Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Intrakranielle Druckmessung oder Hybrid-Operationssaal für kardiovaskuläre Eingriffe
    • 24-stündige Verfügbarkeit folgender Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Transösophageale Echokardiographie
    • 24-stündige Verfügbarkeit von 3 der folgenden 4 Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Radiologische Diagnostik mittels CT und MRT
    • 24-stündige Verfügbarkeit von 3 der folgenden 4 Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Interventionelle Kardiologie mit Akut-PTCA
    • 24-stündige Verfügbarkeit von 3 der folgenden 4 Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Interventionelle (Neuro)Radiologie mit akuter endovaskulärer Therapie von Gefäß- und Organverletzungen und/oder zerebralen Gefäßverschlüssen
    • 24-stündige Verfügbarkeit von 3 der folgenden 4 Verfahren am Standort des Krankenhauses:
    • Laborleistungen (z.B. Blutgasanalysen, Bestimmung von Elektrolyten, Laktat, Differenzialblutbild, Gerinnung, Retentionswerte, Enzyme, Entzündungsparameter auch Procalcitonin, Tox-Screen). Spezialisierte Labordiagnostik darf auch in Fremdlabors erfolgen
    • Mindestens 6 von den 8 folgenden Fachgebieten sind innerhalb von maximal 30 Minuten am Standort des Krankenhauses als klinische Konsiliardienste (krankenhauszugehörig oder aus benachbarten Krankenhäusern) verfügbar: Kardiologie, Gastroenterologie, Neurologie, Anästhesiologie, Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie, Gefäßchirurgie, Neurochirurgie
    • Tägliche Verfügbarkeit (auch am Wochenende) von Leistungen der Physiotherapie
  • Mindestmerkmale:
    • Kontinuierliche, 24-stündige Überwachung
    • Ein Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin (die Behandlungsleitung oder ein anderer Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin) muss täglich mindestens eine Visite durchführen
  • Die Anzahl der Aufwandspunkte errechnet sich aus der Summe des täglichen SAPS II (ohne Glasgow Coma Scale) über die Verweildauer auf der Intensivstation (total SAPS II) plus der Summe von 10 täglich ermittelten aufwendigen Leistungen aus dem TISS-Katalog über die Verweildauer auf der Intensivstation
  • Die zu verwendenden Parameter des SAPS II und des TISS sind im Anhang zum OPS zu finden
  • Spezielle intensivmedizinische Prozeduren, wie Transfusion von Plasma und Plasmabestandteilen, Plasmapherese und Immunadsorption, Anlage und Betrieb einer ECMO/ECLS, Maßnahmen im Rahmen der Reanimation u.a. sind gesondert zu kodieren
  • Diese Kodes sind für Patienten, die bei stationärer Aufnahme das 14. Lebensjahr vollendet haben, anzugeben

Was 8-98f umfasst

Erläuterungen von CloudMedico, nicht Teil des OPS

8-98f ist die Basisprozedur für die aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung. Sie setzt eine Intensivstation voraus, deren Strukturmerkmale über die von 8-980 hinausgehen: werktags mindestens 7 Stunden Anwesenheit eines Facharztes mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, 24-stündige Verfügbarkeit von Verfahren wie Beatmung, Nierenersatzverfahren, Endoskopie und transösophagealer Echokardiographie sowie Konsiliardienste aus mindestens 6 von 8 Fachgebieten.

Nicht unter 8-98f fallen eine Intensivüberwachung ohne akute Behandlung lebenswichtiger Organsysteme, eine Intensivbehandlung unter 24 Stunden und die kurzfristige Stabilisierung nach einer Operation.

Hinweise zur Kodierung

Die fünfte Stelle richtet sich nach den Aufwandspunkten: die Summe des täglichen SAPS II (ohne Glasgow Coma Scale) über die Verweildauer auf der Intensivstation plus 10 täglich ermittelte aufwendige Leistungen aus dem TISS-Katalog. Die Parameter stehen im Anhang zum OPS. 8-98f.0 beginnt bei 1 bis 184 Aufwandspunkten.

Die Kodes gelten für Patienten, die bei der Aufnahme das 14. Lebensjahr vollendet haben. Spezielle Prozeduren wie Plasmatransfusion, ECMO oder Reanimation werden gesondert kodiert.

Kodes unter 8-98f

Benachbarte Kodes

Fragen zu 8-98f

Was ist der Unterschied zwischen 8-98f und 8-980?

Beide sind Basisprozeduren der intensivmedizinischen Komplexbehandlung mit derselben Punktelogik. 8-98f verlangt deutlich strengere Strukturmerkmale der Intensivstation und des Krankenhausstandorts, etwa die tägliche Facharztanwesenheit und 24-stündig verfügbare Verfahren und Konsiliardienste.

Wie werden die Aufwandspunkte berechnet?

Aus dem täglichen SAPS II ohne Glasgow Coma Scale, aufsummiert über die Verweildauer auf der Intensivstation, plus der Summe von 10 täglich erhobenen aufwendigen TISS-Leistungen. Die Parameter beider Scores stehen im Anhang zum OPS.

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OPS Version 2026, Systematisches Verzeichnis, gültig ab 1. Januar 2026.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Erstellung erfolgt unter Verwendung der maschinenlesbaren Fassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).