F45.0: Somatisierungsstörung

Endständiger Kode der ICD-10-GM 2026

Amtlicher Text der ICD-10-GM 2026

Beschreibung

Charakteristisch sind multiple, wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome, die wenigstens zwei Jahre bestehen. Die meisten Patienten haben eine lange und komplizierte Patienten-Karriere hinter sich, sowohl in der Primärversorgung als auch in spezialisierten medizinischen Einrichtungen, wo viele negative Untersuchungen und ergebnislose explorative Operationen durchgeführt sein können. Die Symptome können sich auf jeden Körperteil oder jedes System des Körpers beziehen. Der Verlauf der Störung ist chronisch und fluktuierend und häufig mit einer langdauernden Störung des sozialen, interpersonalen und familiären Verhaltens verbunden. Eine kurzdauernde (weniger als zwei Jahre) und weniger auffallende Symptomatik wird besser unter F45.1 klassifiziert (undifferenzierte Somatisierungsstörung).

Inklusive

  • Briquet-Syndrom
  • Multiple psychosomatische Störung

Exklusive

  • Simulation [bewusste Simulation] (Z76.8)

Bei F45, Somatoforme Störungen (gilt für alle Kodes darunter)

Beschreibung

  • Das Charakteristikum ist die wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind. Wenn somatische Störungen vorhanden sind, erklären sie nicht die Art und das Ausmaß der Symptome, das Leiden und die innerliche Beteiligung des Patienten.

Exklusive

  • Ausreißen der Haare (F98.4-)
  • Daumenlutschen (F98.88)
  • Dissoziative Störungen (F44.-)
  • Lallen (F80.0)
  • Lispeln (F80.8)
  • Nägelkauen (F98.88)
  • Psychologische oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Störungen und Krankheiten (F54)
  • Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit (F52.-)
  • Ticstörungen (im Kindes- und Jugendalter) (F95.-)
  • Tourette-Syndrom (F95.2)
  • Trichotillomanie (F63.3)

Kodierhinweis

  • Für die Anwendung der Schlüsselnummer F45.41 sind die vorgenannten Kriterien nicht heranzuziehen. Für die Anwendung dieser Kategorie gelten die im Hinweistext der Schlüsselnummer aufgeführten Kriterien.

Was F45.0 umfasst

Erläuterungen von CloudMedico, nicht Teil der ICD-10-GM

F45.0 beschreibt die Somatisierungsstörung: viele, wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Beschwerden, die seit mindestens zwei Jahren bestehen. Die Betroffenen haben nach dem Hinweistext oft zahlreiche Untersuchungen ohne Befund hinter sich. Briquet-Syndrom und multiple psychosomatische Störung gehören hierher.

Bei kürzerer Dauer oder weniger auffälliger Symptomatik ordnet die ICD-10-GM die Beschwerden F45.1 zu, der undifferenzierten Somatisierungsstörung. Ein weiterer Nachbarkode ist die hypochondrische Störung F45.2. Bewusste Simulation ist ausgeschlossen (Z76.8). Der Kode begegnet in Hausarztpraxen und psychosomatischen Praxen.

Hinweise zur Kodierung

F45.0 ist endständig. In der vertragsärztlichen Versorgung braucht die Diagnose ein Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit.

Die Dauer ist das zentrale Unterscheidungsmerkmal: unter zwei Jahren eher F45.1, mindestens zwei Jahre F45.0. Die Gruppe F45 schließt unter anderem dissoziative Störungen (F44.-) und Ticstörungen (F95.-) aus.

Verwandte Kodes unter F45

Fragen zu F45.0

Was bedeutet F45.0?

F45.0 ist der ICD-10-GM-Kode für die Somatisierungsstörung: zahlreiche wechselnde körperliche Beschwerden über mindestens zwei Jahre, die sich körperlich nicht ausreichend erklären lassen.

Was ist der Unterschied zwischen F45.0 und F45.1?

Laut ICD-10-GM wird eine kürzere Symptomatik von weniger als zwei Jahren oder ein weniger auffälliges Bild besser als undifferenzierte Somatisierungsstörung F45.1 kodiert. F45.0 setzt mindestens zwei Jahre Dauer voraus.

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Die vorliegende Ausgabe beruht (1) auf der vollständigen amtlichen Fassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, und (2) auf der australischen ICD-10-AM, First Edition.

Die englischsprachige Originalausgabe zu (1) wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht als International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Geneva, WHO, Vol. 1, 1992; die englischsprachige Originalausgabe zu (2) wurde 1998 vom australischen National Centre for Classification in Health veröffentlicht als Volume 1 of The International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision, Australian Modification (ICD-10-AM), First Edition.

© zu (1): Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992

© zu (2): Commonwealth of Australia 1998

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist. Das Commonwealth of Australia hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Erstellung bzw. der Druck erfolgt unter Verwendung der maschinenlesbaren Fassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).