F40.1: Soziale Phobien

Endständiger Kode der ICD-10-GM 2026

Amtlicher Text der ICD-10-GM 2026

Beschreibung

Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Umfassendere soziale Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden. Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen äußern. Dabei meint die betreffende Person manchmal, dass eine dieser sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem darstellt. Die Symptome können sich bis zu Panikattacken steigern.

Inklusive

  • Anthropophobie
  • Soziale Neurose

Bei F40, Phobische Störungen (gilt für alle Kodes darunter)

Beschreibung

  • Eine Gruppe von Störungen, bei der Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen des Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden. Allein die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst. Phobische Angst tritt häufig gleichzeitig mit Depression auf. Ob zwei Diagnosen, phobische Störung und depressive Episode, erforderlich sind, richtet sich nach dem zeitlichen Verlauf beider Zustandsbilder und nach therapeutischen Erwägungen zum Zeitpunkt der Konsultation.

Was F40.1 umfasst

Erläuterungen von CloudMedico, nicht Teil der ICD-10-GM

F40.1 umfasst soziale Phobien: Furcht davor, von anderen Menschen prüfend betrachtet zu werden, mit der Folge, dass soziale Situationen vermieden werden. Nach dem Hinweistext äußert sich das etwa in Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Harndrang und kann sich bis zu Panikattacken steigern. Anthropophobie und soziale Neurose gehören hierher.

Nachbarkodes sind die Agoraphobie F40.0 und die spezifischen Phobien F40.2, etwa vor bestimmten Tieren, Höhen oder dem Anblick von Blut. Der Kode begegnet vor allem in psychotherapeutischen Praxen.

Hinweise zur Kodierung

F40.1 ist endständig. In der vertragsärztlichen Versorgung braucht die Diagnose ein Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit.

Tritt zusätzlich eine Depression auf, richtet sich laut Hinweis zu F40 nach dem zeitlichen Verlauf und den therapeutischen Erwägungen, ob zwei Diagnosen nötig sind.

Verwandte Kodes unter F40

Fragen zu F40.1

Was bedeutet F40.1?

F40.1 ist der ICD-10-GM-Kode für soziale Phobien, also die ausgeprägte Angst vor der prüfenden Betrachtung durch andere Menschen, die dazu führt, dass soziale Situationen gemieden werden.

Was ist der Unterschied zwischen F40.1 und F40.2?

F40.1 betrifft soziale Situationen, in denen man sich beobachtet oder bewertet fühlt. F40.2 umfasst spezifische, eng umschriebene Phobien, etwa vor bestimmten Tieren, Höhen, engen Räumen oder dem Anblick von Blut.

Alle ICD-10-GM-Kodes durchsuchen

Die vorliegende Ausgabe beruht (1) auf der vollständigen amtlichen Fassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, und (2) auf der australischen ICD-10-AM, First Edition.

Die englischsprachige Originalausgabe zu (1) wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht als International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Geneva, WHO, Vol. 1, 1992; die englischsprachige Originalausgabe zu (2) wurde 1998 vom australischen National Centre for Classification in Health veröffentlicht als Volume 1 of The International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision, Australian Modification (ICD-10-AM), First Edition.

© zu (1): Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992

© zu (2): Commonwealth of Australia 1998

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist. Das Commonwealth of Australia hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Erstellung bzw. der Druck erfolgt unter Verwendung der maschinenlesbaren Fassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).