F90.1: Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens

Endständiger Kode der ICD-10-GM 2026

Amtlicher Text der ICD-10-GM 2026

Inklusive

  • Hyperkinetische Störung verbunden mit Störung des Sozialverhaltens

Bei F90, Hyperkinetische Störungen (gilt für alle Kodes darunter)

Beschreibung

  • Diese Gruppe von Störungen ist charakterisiert durch einen frühen Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, und eine Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen; hinzu kommt eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität. Verschiedene andere Auffälligkeiten können zusätzlich vorliegen. Hyperkinetische Kinder sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und können isoliert sein. Beeinträchtigung kognitiver Funktionen ist häufig, spezifische Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor. Sekundäre Komplikationen sind dissoziales Verhalten und niedriges Selbstwertgefühl.

Exklusive

  • Affektive Störungen (F30-F39)
  • Angststörungen (F41.-) (F93.0)
  • Schizophrenie (F20.-)
  • Tief greifende Entwicklungsstörungen (F84.-)

Was F90.1 umfasst

Erläuterungen von CloudMedico, nicht Teil der ICD-10-GM

F90.1 beschreibt eine hyperkinetische Störung, die mit einer Störung des Sozialverhaltens verbunden ist. Grundlage sind die Merkmale der Gruppe F90: früher Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, mangelnde Ausdauer und überschießende, schlecht gesteuerte Aktivität. Der Kode begegnet in kinder- und jugendärztlichen sowie kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen.

Ohne Störung des Sozialverhaltens gilt F90.0, die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung. Eine Störung des Sozialverhaltens ohne hyperkinetische Störung gehört zu F91.-. Die Gruppe F90 schließt tief greifende Entwicklungsstörungen (F84.-) aus.

Hinweise zur Kodierung

F90.1 ist endständig. In der vertragsärztlichen Versorgung kommt ein Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit hinzu.

F90.0 schließt die hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens ausdrücklich aus. Liegen beide Anteile vor, wird also F90.1 kodiert, nicht F90.0.

Verwandte Kodes unter F90

Fragen zu F90.1

Was bedeutet F90.1?

F90.1 ist der ICD-10-GM-Kode für eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens, also ADHS-typische Symptome zusammen mit einer Störung des Sozialverhaltens.

Was ist der Unterschied zwischen F90.0 und F90.1?

F90.0 beschreibt die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung. F90.1 gilt, wenn zusätzlich eine Störung des Sozialverhaltens besteht.

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Die vorliegende Ausgabe beruht (1) auf der vollständigen amtlichen Fassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, und (2) auf der australischen ICD-10-AM, First Edition.

Die englischsprachige Originalausgabe zu (1) wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht als International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Geneva, WHO, Vol. 1, 1992; die englischsprachige Originalausgabe zu (2) wurde 1998 vom australischen National Centre for Classification in Health veröffentlicht als Volume 1 of The International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision, Australian Modification (ICD-10-AM), First Edition.

© zu (1): Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992

© zu (2): Commonwealth of Australia 1998

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist. Das Commonwealth of Australia hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Erstellung bzw. der Druck erfolgt unter Verwendung der maschinenlesbaren Fassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).