F42.2: Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt

Endständiger Kode der ICD-10-GM 2026

Amtlicher Text der ICD-10-GM 2026

Bei F42, Zwangsstörung (gilt für alle Kodes darunter)

Beschreibung

  • Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder -rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte. Im Allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich.

Inklusive

  • Anankastische Neurose
  • Zwangsneurose

Exklusive

  • Zwangspersönlichkeit(sstörung) (F60.5)

Was F42.2 umfasst

Erläuterungen von CloudMedico, nicht Teil der ICD-10-GM

F42.2 ist der Kode für eine Zwangsstörung, bei der Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gleichermaßen vorliegen. Die übergeordnete Kategorie F42 beschreibt wiederkehrende, meist quälende Gedanken oder Impulse und stereotyp wiederholte Handlungen, gegen die die Betroffenen häufig erfolglos Widerstand leisten. Anankastische Neurose und Zwangsneurose gehören zu F42.

Überwiegen die Zwangsgedanken oder der Grübelzwang, gilt F42.0, überwiegen die Zwangshandlungen, F42.1. Die zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist bei F42 ausgeschlossen und gehört zu F60.5. Der Kode begegnet vor allem in psychotherapeutischen und psychiatrischen Praxen.

Hinweise zur Kodierung

F42.2 ist endständig. In der vertragsärztlichen Versorgung kommt ein Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit hinzu.

Der Unterschied zu F42.0 und F42.1 liegt allein darin, ob eine Seite deutlich überwiegt. F42.2 passt, wenn Gedanken und Handlungen etwa gleich ausgeprägt sind.

Verwandte Kodes unter F42

Fragen zu F42.2

Was bedeutet F42.2?

F42.2 steht in der ICD-10-GM für eine Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, gemischt, ohne dass eine der beiden Formen überwiegt.

Was ist der Unterschied zwischen F42.2 und F60.5?

F42.2 beschreibt eine Zwangsstörung mit belastenden Zwangsgedanken und -handlungen. F60.5 ist die anankastische, also zwanghafte Persönlichkeitsstörung, ein dauerhaftes Persönlichkeitsmuster. Die ICD-10-GM schließt sie bei F42 ausdrücklich aus.

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Die vorliegende Ausgabe beruht (1) auf der vollständigen amtlichen Fassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, und (2) auf der australischen ICD-10-AM, First Edition.

Die englischsprachige Originalausgabe zu (1) wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht als International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Geneva, WHO, Vol. 1, 1992; die englischsprachige Originalausgabe zu (2) wurde 1998 vom australischen National Centre for Classification in Health veröffentlicht als Volume 1 of The International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision, Australian Modification (ICD-10-AM), First Edition.

© zu (1): Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992

© zu (2): Commonwealth of Australia 1998

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist. Das Commonwealth of Australia hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Erstellung bzw. der Druck erfolgt unter Verwendung der maschinenlesbaren Fassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).