F20.0: Paranoide Schizophrenie

Endständiger Kode der ICD-10-GM 2026

Amtlicher Text der ICD-10-GM 2026

Beschreibung

Die paranoide Schizophrenie ist durch beständige, häufig paranoide Wahnvorstellungen gekennzeichnet, meist begleitet von akustischen Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen. Störungen der Stimmung, des Antriebs und der Sprache, katatone Symptome fehlen entweder oder sind wenig auffallend.

Inklusive

  • Paraphrene Schizophrenie

Exklusive

  • Paranoia (F22.0)
  • Paranoider Involutionszustand (F22.8)

Bei F20, Schizophrenie (gilt für alle Kodes darunter)

Beschreibung

  • Die schizophrenen Störungen sind im Allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können. Die wichtigsten psychopathologischen Phänomene sind Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gefühl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder über ihn sprechen, Denkstörungen und Negativsymptome. Der Verlauf der schizophrenen Störungen kann entweder kontinuierlich episodisch mit zunehmenden oder stabilen Defiziten sein, oder es können eine oder mehrere Episoden mit vollständiger oder unvollständiger Remission auftreten. Die Diagnose Schizophrenie soll bei ausgeprägten depressiven oder manischen Symptomen nicht gestellt werden, es sei denn, schizophrene Symptome wären der affektiven Störung vorausgegangen. Ebenso wenig ist eine Schizophrenie bei eindeutiger Gehirnerkrankung, während einer Intoxikation oder während eines Entzugssyndroms zu diagnostizieren. Ähnliche Störungen bei Epilepsie oder anderen Hirnerkrankungen sollen unter F06.2 kodiert werden, die durch psychotrope Substanzen bedingten psychotischen Störungen unter F10-F19, vierte Stelle .5.

Exklusive

  • Schizophrene Reaktion (F23.2)
  • Schizophrenie: akut (undifferenziert) (F23.2)
  • Schizophrenie: zyklisch (F25.2)
  • Schizotype Störung (F21)

Was F20.0 umfasst

Erläuterungen von CloudMedico, nicht Teil der ICD-10-GM

F20.0 ist der Kode für die paranoide Schizophrenie. Nach dem Hinweistext stehen beständige, häufig paranoide Wahnvorstellungen im Vordergrund, meist mit akustischen Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen. Störungen von Stimmung, Antrieb und Sprache sowie katatone Symptome fehlen oder sind wenig auffällig. Die paraphrene Schizophrenie gehört hierher.

Ausgeschlossen sind die Paranoia (F22.0) und der paranoide Involutionszustand (F22.8). Die Gruppe F20 schließt außerdem akute schizophrene Reaktionen (F23.2), die zyklische Schizophrenie (F25.2) und die schizotype Störung (F21) aus. Der Kode begegnet vor allem in psychiatrischen Praxen.

Hinweise zur Kodierung

F20.0 ist endständig. In der vertragsärztlichen Versorgung kommt ein Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit hinzu.

Die ICD-10-GM nennt Grenzen der Diagnose: Bei ausgeprägten depressiven oder manischen Symptomen soll Schizophrenie nur kodiert werden, wenn die schizophrenen Symptome vorausgingen. Psychotische Störungen durch psychotrope Substanzen gehören zu F10–F19 mit vierter Stelle .5, solche bei Epilepsie oder anderen Hirnerkrankungen zu F06.2.

Verwandte Kodes unter F20

Fragen zu F20.0

Was bedeutet F20.0?

F20.0 steht in der ICD-10-GM für die paranoide Schizophrenie, eine Form der Schizophrenie, bei der Wahnvorstellungen und meist Stimmenhören im Vordergrund stehen.

Was ist der Unterschied zwischen F20.0 und F22.0?

F22.0, die Paranoia, ist eine anhaltende wahnhafte Störung ohne die übrigen Merkmale einer Schizophrenie. Die ICD-10-GM schließt sie bei F20.0 ausdrücklich aus.

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Die vorliegende Ausgabe beruht (1) auf der vollständigen amtlichen Fassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, und (2) auf der australischen ICD-10-AM, First Edition.

Die englischsprachige Originalausgabe zu (1) wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht als International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Geneva, WHO, Vol. 1, 1992; die englischsprachige Originalausgabe zu (2) wurde 1998 vom australischen National Centre for Classification in Health veröffentlicht als Volume 1 of The International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision, Australian Modification (ICD-10-AM), First Edition.

© zu (1): Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992

© zu (2): Commonwealth of Australia 1998

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist. Das Commonwealth of Australia hat die Übersetzungsrechte für eine deutschsprachige Ausgabe an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben, das für die Übersetzung allein verantwortlich ist.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Erstellung bzw. der Druck erfolgt unter Verwendung der maschinenlesbaren Fassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).