ICD-10 in Österreich: Diagnosen in der Ordination codieren
Seit 2026 codieren auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Österreich ihre Diagnosen nach ICD-10. Hier steht, wer das tun muss, ab wann, mit welchem Katalog und wie sich die österreichische ICD-10 von der deutschen ICD-10-GM unterscheidet.
Wer codieren muss, und ab wann
Die Novelle des Dokumentationsgesetzes (BGBl. I Nr. 116/2025) und die Gesundheitsdokumentationsverordnung (BGBl. II Nr. 4/2026) verlangen eine codierte Diagnosendokumentation im gesamten ambulanten Bereich: für Kassen- und Wahlärzte, Gruppenpraxen und Ambulatorien.
Das erste Halbjahr 2026 war ein Pilotbetrieb. Seit dem dritten Quartal 2026, also seit 1. Juli 2026, werden die Diagnosen vollständig gemeldet.
Ausgenommen sind laut Ministerium Wahlärztinnen und Wahlärzte mit weniger als 300 verschiedenen Patientinnen und Patienten im Jahr. Gezählt werden alle Patienten, unabhängig von Versicherung und Zahl der Kontakte, über alle Ordinationsstandorte zusammen.
Der Katalog: ICD-10 BMASGPK
In Österreich gilt nicht die deutsche ICD-10-GM, sondern die ICD-10 BMASGPK, die das Sozialministerium jedes Jahr herausgibt. Für die Ordination gibt es daraus eine gekürzte Tabelle für den niedergelassenen Bereich.
Laut dem Handbuch des Ministeriums für den extramuralen Bereich werden die Diagnosen vierstellig codiert, und nur die Diagnosen, die für den jeweiligen Kontakt von Bedeutung sind.
Den Katalog und die gekürzte Tabelle stellt das Sozialministerium auf seiner Seite zur ambulanten Diagnosendokumentation bereit. Der e-Health Codierservice, derzeit im Pilotbetrieb, wandelt Freitext über SNOMED CT in ICD-10-Codes um.
Wie sich die österreichische ICD-10 von der ICD-10-GM unterscheidet
Beide beruhen auf der ICD-10 der WHO, mit denselben Kapiteln und demselben Aufbau aus Buchstabe und Ziffern.
Die ICD-10-GM ist die deutsche Fassung des BfArM. Sie hat viele fünfstellige Codes für die Abrechnung in Deutschland und Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit (G, V, Z, A).
Die ICD-10 BMASGPK folgt laut ihrem Vorwort weitgehend der WHO-Fassung. Aus der ICD-10-GM übernimmt sie nur einzelne fünfstellige Codes. Das Kapitel zu den äußeren Ursachen ersetzt sie durch ein eigenes, und für Hauptdiagnosen im Spital hat sie eigene Kennzeichen.
Ein Code aus der ICD-10-GM ist deshalb nicht immer ein gültiger österreichischer Code, vor allem bei fünfstelligen Codes. Für die Meldung zählt der österreichische Katalog.
Die deutsche ICD-10-GM zum Nachschlagen
Unsere kostenlose Code-Suche zeigt die deutsche ICD-10-GM 2026 des BfArM, mit Inklusiva und Exklusiva. Sie hilft beim Nachschlagen, was eine Kategorie umfasst. Für die Codierung in Österreich verwenden Sie den Katalog des Sozialministeriums.
Zur ICD-10-GM Code-Suche (deutsche Fassung)Von CloudMedico
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Müssen Wahlärzte Diagnosen codieren?
Ja, seit 1. Juli 2026, nach einem Pilotbetrieb im ersten Halbjahr. Ausgenommen sind Wahlärztinnen und Wahlärzte mit weniger als 300 verschiedenen Patientinnen und Patienten im Jahr.
Welche ICD-10 gilt in Österreich?
Die ICD-10 BMASGPK des Sozialministeriums. Für den niedergelassenen Bereich gibt es eine gekürzte Tabelle daraus.
Kann ich in Österreich die deutsche ICD-10-GM verwenden?
Zum Nachschlagen ja, für die Meldung nicht: Gemeldet werden Codes aus dem österreichischen Katalog, und manche Codes der ICD-10-GM gibt es dort nicht.
Wie viele Stellen hat ein Diagnosecode in der Ordination?
Laut Handbuch des Sozialministeriums für den extramuralen Bereich vier Stellen, also Buchstabe, zwei Ziffern, Punkt und eine weitere Ziffer.
Wo bekomme ich den österreichischen ICD-10-Katalog?
Beim Sozialministerium, auf der Seite zur ambulanten Leistungs- und Diagnosendokumentation und bei den LKF-Katalogen des jeweiligen Jahres.
Quellen
- Sozialministerium: Ambulante Leistungs- und Diagnosendokumentation
- Sozialministerium: LKF-Modell 2026, Kataloge
- Parlamentskorrespondenz Nr. 1094/2025: Dokumentationsgesetz-Novelle
- Gesundheit Österreich GmbH: Ambulante Diagnosencodierung im Wahlarztbereich
- Gesundheit Österreich GmbH: FAQ zur ambulanten Diagnosencodierung (Stand 15.12.2025)
- e-Health Codierservice